Wie sich menschliche Evolution und digitale Revolution bedingen – Innovationen #5

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Menschliche Evolution vs. digitale Revolution (Innovationen). Was tun, wenn das Leben der Technologie hinterherhinkt?

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Wenige Dinge haben das Leben von uns Menschen in den letzten Jahren so sehr verändert wie Smartphones. Was viele dabei vergessen, dass es schon vor dem Siegeszug, den das iPhone 2007 einläutete, internetfähige Mobiltelefone gab. Auch Tablet-Computer wurden seit den späten 1980er-Jahren immer wieder vorgestellt, was die breite Käuferschaft jedoch nicht gross interessierte. (Wer erinnert sich noch an Palm oder nutzte jemals einen?) Was ist also das Geheimnis des Erfolgs von Innovationen wie iPhone, iPad & Co.? Ein direkter Vergleich zwischen iPhone und einem anderen internetfähigen Telefon wie etwa einem Blackberry macht es deutlich: Das Gerät von Apple besticht mit einem sagenhaft einfachen Design- und Bedienkonzept. Es gibt nur einen einzigen Button, über den auf das Multimediagerät zugegriffen wird.

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Quelle: Youtube https://youtu.be/tQDjVGCWhiQ

Die Evolution des Handys zum Smartphone.

Was mir an diesem Beispiel zentral erscheint, sind zwei Dinge: Erstens passieren technische Revolutionen nicht im luftleeren Raum. Sie werden vorbereitet. Es gibt Vorläufer und erste Versuche. Zweitens bestimmen die Käufer, wann eine Innovation zum Erfolg wird. Menschliche Evolution und digitale Revolution hängen direkt miteinander zusammen.

 

Smarte Technik: Über das Verhältnis MenschMaschine

Was bedeutet es, wenn wir von „smarter“ Technik sprechen. Wir haben Smartphones, Smart Homes, Smart Factorys, Smart TVs und so weiter. Immer mehr Geräte und technologische Ökosysteme bekommen den Zusatz „smart“. Die Technik, so scheint es zumindest, ist heute in den meisten Fällen smarter als ihre Nutzer. Smarte Geräte können und wissen nahezu alles. Im Gegenzug hinken die Menschen der Technik und ihren Möglichkeiten immer öfter hinterher. Dieses Missverhältnis muss man im Kopf behalten, wenn man auf der Suche nach sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten für die neuen, digitalen Technologien ist.

Die Technik, so scheint es zumindest, ist heute in den meisten Fällen smarter als ihre Nutzer. Click To Tweet

Der Umstand, dass immer mehr Arbeitsplätze ohne digitale Technologien nicht mehr denkbar sein werden, muss sich in der Ausbildung und im Angebot der Weiterbildungen widerspiegeln. Zugleich müssen sich Hersteller, Programmierer und Unternehmer immer wieder darauf besinnen, dass sie die Anwender nicht aus dem Auge verlieren. Kluge und einfache Bedienkonzepte können, wie im Fall des iPhones gezeigt, über Erfolg einer Technologie oder Innovation entscheiden.

Das Internet der Dinge und die Explosion der Möglichkeiten

Die neuen digitalen Technologien und Geschäftsmodelle ermöglichten bereits viele Entwicklungen. Beides veränderte das Leben vieler Menschen – einige blieben aber auch aussen vor. Zum Beispiel gehören ältere Menschen zu dem Kundenkreis, der zwar einerseits immer stärker an Bedeutung gewinnt, der aber durch die technologischen Innovationen auch überfordert wird. Schon bald könnten Kunden mit einem Überangebot an smarten Geräten konfrontiert sein. Das Internet der Dinge brachte bereits eine Vielzahl von vernetzten Dingen hervor, die unsere Haushalte, Unternehmen und den öffentlichen Raum bevölkern. Dies ist jedoch nur der Anfang einer umfassenden Entwicklung.

Jedes der vernetzten Dinge stellt nicht nur einfach eine Erweiterung der Möglichkeiten dar. Vernetzte Dinge fordern die Aufmerksamkeit ihrer Nutzer ein, ohne die sich Menschen beispielsweise im Ökosystem Smart Home, Smart Factory oder Smart City  nur schwer orientieren können. Dies birgt die Gefahr der Überforderung. Denn wenn alles möglich wird, ist nichts mehr möglich. Jeder Nutzer von Digitalkameras kennt dies von Geräten, die über alle möglichen Funktionen und Einstellungen verfügen. Anstatt einfach zu fotografieren, verbringt man lange Zeit damit, in den verschachtelten Menüs nach der richtigen Einstellung zu suchen. Unternehmen sollten daher beim Design ihrer Produkte und der Schnittstellen auf einfache Bedienbarkeit und systemübergreifende, gemeinsame Standards achten.

Wenn alles möglich wird, ist nichts mehr möglich. Click To Tweet

 

Die Kartografie der Kundenwünsche

Die digitale Revolution bringt aber nicht nur eine Vielzahl neuer Technologien hervor, die die Gefahr bergen, ihre Anwender zu überfordern. Sie beschert uns auch digitale Tools, mit denen wir zum Beispiel das Verhalten der Menschen im Web analysieren können. Diese Informationen sind äusserst wertvoll, da sie uns Aufschluss darüber geben, welche Bedürfnisse Anwender und Kunden haben. Nicht zuletzt aus diesem Grund bürgerte sich die Rede davon ein, dass Daten das neue Gold unserer Zeit sind.

Vor diesem Hintergrund erschliesst sich der unschätzbare Wert, über den Facebook verfügt. Wenn ich auf Facebook bestimmte Bands, Marken oder Personen „like“, dann drücke ich damit nicht einfach meine Persönlichkeit aus. Ich teile der Welt und vor allem Facebook mit, was meine Vorlieben und mein Geschmack sind. Dies sind sehr wertvolle Informationen. Sie ermöglichen es, Facebook individuell passende Werbung zu präsentieren. Diese Informationen sind aber eben nicht nur für das Marketing interessant und deswegen wertvoll. Ihr Wert besteht darin, dass sie an vielen Stellen fruchtbar gemacht werden können. In der Produktentwicklung ebenso wie bei der Vermarktung von Produkten.

 

Was es bedeutet, sich auf die Wünsche des Kunden zu fokussieren

Je genauer ein Unternehmen über die Wünsche seiner potenziellen Kunden Bescheid weiss, desto eher lassen sich Produkte herstellen, die von ihnen angenommen werden. Diese Produkte würden dann wieder den Kunden angeboten werden, die wahrscheinlich an ihnen interessiert sein werden. So entsteht ein Kreislauf, der zu immer stärker individualisierten Produkten führt. Dies würde ein Paradigmenwechsel in der Produktion darstellen, die bislang auf Massenproduktion ausgerichtet war. Zugleich würde es keine wahren Innovationen mehr geben. Mir geht es an dieser Stelle nicht so sehr um die Frage, ob eine solche individualisierte Produktion möglich ist. Vielmehr geht es mir darum, zu zeigen, was es konkret bedeutet, die Bedürfnisse des Kunden ins Zentrum zu stellen .

Die Wirtschaftsgeschichte zeigte immer wieder, wie wichtig die Akzeptanz der Nutzer ist. Als die ersten Autos auf den Markt kamen, wollten die Menschen sie nicht haben. Sie hatten ihre Pferde lieb gewonnen und machten sich nur darüber Gedanken, wie die wachsenden Städte in der Zukunft das Problem mit dem Pferdemist, der immer mehr wurde, bewältigen sollen. Heute ist eine Welt ohne Auto kaum mehr vorstellbar. Auch als Steve Jobs das iPhone erstmals vorstellte, war es so, dass die Menschen im ersten Augenblick gar nicht verstanden, was ihnen da Revolutionäres vorgestellt wurde. Erst nach einer gewissen Zeit konnten sie verstehen, was sie damit auf einmal in der Hand hatten.

Die Wirtschaftsgeschichte zeigte immer wieder, wie wichtig die Akzeptanz der Nutzer ist. Click To Tweet

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=x7qPAY9JqE4

Die mehrfach verhaltenen Reaktionen des Publikums zeigen, dass viele zunächst nicht das revolutionäre Potenzial erkennen, das im iPhone steckt.

 

Einfachheit bedeutet auch, den Menschen Zeit zu lassen.

Bestimmte Konzepte brauchen Zeit, damit sie in den Köpfen und im Alltag der Menschen ankommen. Das bedeutet aber gleichzeitig: Wir brauchen weiterhin Visionäre, die die Welt mit ihren Innovationen ein Stück weit besser machen wollen. Erfolg und Misserfolg ist die Frage einer empfindlichen Dialektik. Unternehmen müssen neue Konzepte und Produkte entwerfen, erproben und ihre Kunden damit konfrontieren. So stossen sie einen Meinungsbildungsprozess an, von dem sie lernen können. Dank der digitalen Analysemethoden ist Lernen für Unternehmen heute einfacher geworden und geht zum Teil mit sehr viel weniger Risiko einher.

Bestimmte Konzepte brauchen Zeit, damit sie in den Köpfen und im Alltag der Menschen ankommen. Click To Tweet

Dennoch gehört am Ende des Tages der Mut dazu, erarbeitete Lösungen und Konzepte wieder zu verwerfen, wenn sie nicht angenommen werden. Für die Pioniere der mobilen Bildtelefonie der 1990er-Jahre muss es schwer gewesen sein, den Erfolg von Skype mitzuerleben. Der richtige Zeitpunkt einer Innovation ist ebenso wichtig wie ausreichend Zeit, damit sich Kunden an Neuerungen gewöhnen. Ein Weg, der es den Menschen enorm erleichtert, neue Produkte, Konzepte oder Dienstleistungen zu akzeptieren, ist deren Einfachheit.

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Bisher erschienen sind folgende Blogbeiträge:

Das Internet der Dinge und die digitale Einfachheit #1

Einfach erklärt: Das Internet der dinge und die vernetzte Welt der Zukunft #2

Der richtige Augenblick zählt: zur Akzeptanz neuer Technologien #3

Die Costumer Journey und das Internet der Dinge #4

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