Das Internet der Dinge erfordert neue unternehmerische Ansätze #12

#12 Das Internet der Dinge zwingt uns zum Umdenken Hartschen Simplicity Coach Brain Connection

Das Internet der Dinge zwingt uns zum Umdenken.

 #12 Iot und Einfachheit cover Hartschen Simplicity Digitalisierung Brain Connection

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Warum eine vernetzte Welt neue unternehmerische Ansätze benötigt

Im Moment erleben wir die Anfänge des Internet der Dinge: Uhren und Fitnessbänder, die mit dem Internet verbunden sind, vernetzte Thermostate oder Zahnbürsten, die uns sagen, ob wie lange wir die Zähne geputzt haben. Wenn das Internet der Dinge vollständig Realität wird, wird die Wirtschaft kaum mehr wiederzuerkennen sein. Unternehmen, die noch in alten Denkstrukturen verhaftet sind und deren Organisation sich nicht der neuen Umgebung angepasst haben, werden nicht mehr kompatibel sein.

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Nehmen wir nur eine vernetzte Fabrik – eine Smart Factory. Sie hat gegenüber einer traditionellen Fabrik einen entscheidenden Vorteil: Überall sind Sensoren und Chips angebracht, sodass jedes Gerät, jede Maschine, alle Materialien und alle entstehenden Produkte miteinander vernetzt sind. Dabei muss meiner Erfahrung nach darauf geachtet werden, dass die Sensoren sinnvoll angebracht und Lösungen so konzipiert werden, damit eine Fabrik auch dann weiter funktioniert, falls ein Sensor ausfällt. Viele Jahre lang stellten solche Inkonsistenzen ein grosses Problem der Digitalisierung dar.

Die Smart Factory im Überblick: Alle Komponenten der vernetzten Fabrik greifen
nahtlos ineinander über. (Bildquelle: http://www.aethon.com/industry-4-0-means-manufacturers/)

Digitalisierung schafft Transparenz und führt zur Dezentralisierung von Prozessen

Die Daten, die im Zuge der Vernetzung entstehen, schaffen eine nie da gewesene Transparenz, aus der eine Neustrukturierung von Arbeitsprozessen folgt. Geht ein Material zu Ende, geht automatisch beim Zulieferer eine Nachricht ein. Anlagenbauer warten ihre Maschinen nicht mehr vor Ort, sondern lesen Maschinendaten über das Internet aus. Unternehmen, die nicht mit diesem komplexen Ökosystem kommunizieren können, haben kaum mehr eine Chance. Datenanalysen und die damit verbundenen Informationen befähigen jeden einzelnen Mitarbeitenden, unabhängig Entscheidungen zu treffen. Daraus folgt eine insgesamt dezentralere Organisationsstruktur in Unternehmen mit flachen Hierarchien.

Unternehmen, die nicht mit einem komplexen #Ökosystem kommunizieren können, haben kaum mehr… Click To Tweet

Aber nicht nur die Mitarbeiter treffen selbständig Entscheidungen – auch die Kunden sind durch digitale Technologien unabhängiger geworden. Da Produkt- und Prozessdaten verfügbar gemacht werden können, können Kunden beispielsweise selbst eine Küchenplanung durchführen oder individuell passende Blechteile zuschneiden lassen. Durch das Internet der Dinge sind Unternehmen und Kunden direkt miteinander verbunden.

Video: Beispiel Selfnation – Jeans nach Mass

Analog zu Amazons „Dash Button“ oder Amazons „Echo “ können Privat- und Geschäftskunden in Zukunft ohne Umweg über einen Zwischenhändler direkt mit einem Hersteller verbunden sein. Diese Möglichkeiten der Vernetzung haben zumindest das Potenzial, den Handel und die Vertriebsstrukturen von Unternehmen vollständig neu zu strukturieren. Entscheidend dabei wird sein, ob es gelingt, einfache und sinnvolle Lösungen zu entwickeln.

Internet der Dinge bedeutet auch Big Data

Diese umfassende Vernetzung von allen möglichen Gegenständen erzeugt eine gigantische Menge an Daten. Angesichts dieser Datenmenge ist von „Big Data“ die Rede. Das Internet der Dinge und Big Data werden daher oft synonym verwendet. Die grossen Datenmengen sind ein eigener Wert an sich – ganz gleich, ob in einer Fabrik Autoteile, Handtaschen oder Lebensmittel hergestellt werden, es fallen gleichermassen grosse Mengen von Daten an. Ob diese Daten dazu genutzt werden, die eigenen Geschäftsprozesse zu verbessern oder mit den Daten Handel zu betreiben – beide Anwendungsfälle erfordern, dass sich Unternehmen in Zukunft ein gewisses Mass an Datenkompetenz anschaffen müssen.

Unternehmen müssen sich in Zukunft ein gewisses Mass an Datenkompetenz neu aufbauen. #Iot… Click To Tweet

Insbesondere lassen sich aus Big Data für Unternehmen gewinnbringende Erkenntnisse ableiten. Der durch die Digitalisierung der Vertriebskanäle mögliche direkte Kontakt zu Kunden bringt mehr Einsichten über Kundenverhalten und Kundenwünsche mit sich. Diese Informationen sind nicht nur für den Verkauf und Vertrieb interessant, sondern auch für die Produktentwicklung, das Marketing, den Service und damit die gesamte Customer Journey . Dabei ist es auch hier notwendig, Daten sinnvoll zu erheben und auszuwerten: Nur wer nicht ziellos und unstrukturiert Daten verwaltet, sondern über ein ganzheitliches Konzept zur Datenverwertung verfügt, erhält Erkenntnisse, die zu neuen Produkten, der Verbesserung oder der Umstrukturierung von Prozessen führen können.

Die Vernetzung als Basis von Big Data

Die Vernetzung ist hierbei entscheidend. Die interessantesten Einsichten kommen gerade erst aus der intelligenten Verknüpfung von Daten zustande. In einer Smart Factory laufen die Daten von Mitarbeitern, Zulieferern, Kunden, Bestellungen, Maschinen oder auch Wetter- und Klimadaten, Wirtschaftsdaten und Daten von weiteren Quellen zusammen. Das Zusammenspiel erlaubt es, die optimale Auslastung von Maschinen zu planen, die Einsatzpläne zu optimieren, Prozesse besser zu verstehen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren – im Idealfall in Echtzeit. Um das in der Vernetzung steckende Potenzial zu nutzen, sind neue Denkweisen und Konzepte erforderlich.


Die Entstehung von datenbasierten Geschäftsmodellen

Das gewaltige Wachstum durch das Internet der Dinge führt auch zu einer Explosion der Datenmenge.
(Bildquelle: https://www.weforum.org/agenda/2015/11/is-this-future-of-the-internet-of-things/)

Ein datengetriebenes Unternehmen zeichnet sich dadurch aus, dass seine Geschäftsmodelle aufgrund der neuen Datenlage kritisch auf den Prüfstand gestellt werden. Aus den Erkenntnissen, die durch Datenanalysen gewonnen werden können, lassen sich neue Geschäftsmodelle entwickeln oder bestehende anpassen. Steht eine teure Maschine beispielsweise 50 Prozent der Zeit ungenutzt da, könnte diese ungenutzte Leistungskapazität anderen Unternehmen angeboten werden.

Ein weiterer Vorteil von datenbasierten Geschäftsmodellen ist, dass ein neuer Erkenntnisstand für Effizienzsteigerungen geschaffen wird. Auch ungenutzte Rechenleistung und Speicherplatz kann zukünftig zum Handelsgut werden. Und Logistikunternehmen, die ungenutzte Ladeflächen ihrer Flotte genau erfassen, können für eine bessere Auslastung sorgen und freie Flächen auf dem Markt anbieten. Die neuen unternehmerischen Konzepte der Sharing-Economy beruhen genau auf dieser Basis: Durch die digitale Erfassung der Fahrzeuge beispielsweise beim Carsharing, wie bei Car2go, wird das Angebot und die Verfügbarkeit transparent.

Daten bilden eine belastbare Grundlage für unternehmerische Entscheidungen. Nur wer genau weiss, wann welche Maschine und welcher Mitarbeiter wie ausgelastet ist, kann mit dem vorhandenen Potenzial etwas Neues planen – beziehungsweise, wenn dieses Wissen beispielsweise in einer App verfügbar gemacht wird, können die Mitarbeitenden sich in Zukunft selbst disponieren, während früher nur ein typischer Disponent diese Übersicht hatte.

Wer genau über Trends, Nachfrage und Marktentwicklungen im Bilde ist, kann sich schon vorzeitig auf den zukünftigen Bedarf einstellen und seine Planung in Echtzeit anpassen. Insbesondere im Bereich „Fast Moving Consumer Goods“ (FMCG) stellen diese Marktgrössen eine wichtige Erkenntnisquelle dar. Begrenzt haltbare Lebensmittel und andere schnell rotierende Güter, sogenannte Schnelldreher, sind stärker als etwa Luxusgüter von exakter Planung abhängig.

Weitere Vorteile aus der Vernetzung

Es gibt eine ganze Reihe weiterer praktischer Vorteile, die sich aus der Vernetzung und der Datenerhebung ergeben. Bahnt sich ein Defekt in einer Anlage an, kann diese selbständig dem Hersteller eine Meldung schicken – dieser kann sich sogleich online auf die Fehlersuche machen, Ersatzteile bestellen und einen Wartungstermin vereinbaren. So werden die wirtschaftlichen Schäden minimiert, die durch einen Ausfall verursacht werden. Es gibt bereits viele smarte Detaillösungen, die auf die Vernetzung der Dinge aufbauen: Smarte Liftsteuerungen, automatische Nachlieferungen von Schrauben  oder die Überprüfung des Stromverbrauchs in Echtzeit.

Auch die Weiterentwicklung von Produkten kann das Ergebnis eines datenbasierten Unternehmens sein. Das Feedback durch die Kunden und die Auswertung von Felddaten können direkt in die Entwicklungsabteilungen zurückfliessen.

Lego 4.0: Die Weiterentwicklung des Legosteins. Der Sohn eines der Entwickler brachte ihn auf die Idee des vernetzten Legosteins. https://www.youtube.com/watch?v=aynZJaK83O8

Damit die Vereinfachungen durch die Vernetzung und datengestützten Geschäftsmodelle ihren Nutzen entfalten können, müssen Potenziale allerdings von den Unternehmen zunächst erkannt und die Voraussetzung dafür geschaffen werden.

Einfachheit bedeutet: Die Dinge die Aufgaben selbst übernehmen zu lassen.

Menschen machen Fehler, sind mal unaufmerksam, haben einen schlechten Tag und so passiert es, dass man übersieht, dass das Material ausgeht – in einer vernetzten Fabrik passiert so etwas nicht. Viele von solchen fehleranfälligen Prozessen können automatisiert und damit optimiert werden. Mir geht es aber nicht darum, den „Faktor Mensch“ auszuschalten. Vielmehr können Menschen die entscheidenden Aufgaben übernehmen, wenn die Dinge bestimmte Aufgaben selbst übernehmen. Die Einfachheit liegt in der Offenheit und Transparenz der Daten, die zur Eigenständigkeit von Kunden beziehungsweise Mitarbeitenden führt, die dazu befähigt werden, selbständig Aktionen auslösen zu können. Das führt zu mehr Agilität, die in Zeiten von erhöhtem Konkurrenzdruck nötig ist, da Entscheidungen dezentral, ohne grosse Führungsstrukturen und dennoch mit einer optimalen Qualität getroffen werden können. Das Internet der Dinge ist gerade aus diesem Grund eine Quelle von einfachen und innovativen Geschäftsmodellen.

#Digitalisierung: #Menschen müssen entscheidenden Aufgaben übernehmen, wenn die Dinge bestimmte… Click To Tweet

Für mich stellt die Schaffung von Transparenz darum auch den Hauptaspekt des Internets der Dinge dar. Durch die Vernetzung erhalten wir ein wertvolles Wissen an die Hand, das uns dazu befähigt, bessere Entscheidungen zu treffen. Ein Beispiel aus dem Alltag macht das deutlich: Auf Google Maps sehen wir heute in Echtzeit, auf welchen Strecken gerade Stau ist und welche alternativen Ausweichmöglichkeiten es gibt. Ebenso muss Big Data und das Internet of Things funktionieren: Die Daten liefern die Entscheidungsgrundlage, aber der Mensch entscheidet.

 

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